Es war eine besondere Stimmung, die diesen Karfreitag, den 3. April 2026, prägte: Still und feierlich, getragen durch liebevoll ausgewählte und kunstvoll vorgetragene Musik erwarteten die Geschwister der Gemeinde Berlin-Charlottenburg sowie in den Übertragungsgemeinden Bezirksapostel David Heynes. Die Gottesdienstfeier fügte sich übergangslos in diese Atmosphäre ein. Ihr zugrunde lag das Wort aus Johannes 19,30.
Schon in seinem Eingangsgebet stellte Bezirksapostel Heynes in den Mittelpunkt, dass es uns ein Anliegen sei, an diesem heiligen Tag die Nähe zu Gott und insbesondere zu Jesus aufzusuchen, die uns Freude, Hoffnung und Zuversicht schenken und tiefe Dankbarkeit verleihen würde. Nach der Bibellesung aus dem Markusevangelium, vorgetragen durch Apostel i. R. Berndt, legte der Bezirksapostel den Fokus seines Dienens darauf, wie dankbar wir Jesus Christus sind, dass er sein Leben für uns gegeben hat und uns damit den Weg gezeigt hat, der uns zu Gott führen wird. Dabei habe er zunächst die bisherigen Verheißungen erfüllt, beispielsweise indem er um etwas zu trinken bat und Essig erhielt, so wie es in den Psalmen beschrieben ist. So, wie Jesus damit die Versprechungen Gottes gehalten habe, werden auch seine Zusagen für uns und unsere Zukunft Bestand haben.
Der Bezirksapostel legte den Zuhörenden nahe, diese Verheißung und damit den Glauben hochzuhalten, Gott treu zu bleiben und auch den Karfreitag als Feiertag zu heiligen. In einer Zeit, in der man berechtigt Sorge und Angst erlebe, wäre es schön, so der Bezirksapostel, wenn gerade die Hoffnung und Zuversicht auf die Zukunft bei Gott von uns ausgehen und wahrnehmbar nach außen dringen würde. Dann könnten Menschen in unserem Umfeld sagen: „Oh, aber du bist immer so positiv. Du siehst immer das, was gut ist. Du bist einer, der immer so viel Geduld hat. Du bist einer, der immer mit Hoffnung erfüllt ist. Du hast eine Freude in dir, du hast Friede.“
Die Kraft dazu, so führte der Bezirksapostel den Zuhörenden vor Augen, können wir daraus ziehen, dass Jesus uns nicht nur den Weg bereitet habe, sondern uns einlade, seine Hand zu ergreifen, seinem Weg zu folgen und uns von ihm helfen zu lassen: „Denk nicht, dass du immer so stark sein musst in deinem eigenen Glauben. Bleib einfach bei mir.“ Jesu Liebe zu uns, die er in seinem Opfer bewiesen habe, geheeinher mit seinem Vertrauen in uns, die er als Überwinder und Gotteskinder sieht. Es sei an uns, diese Liebe zu erwidern.
Als Mitdienende rief Bezirksapostel Heynes zunächst Priester Karaus aus dem Bezirk Rostock, der dort als Bezirksvorsteherstellvertreter eingesetzt ist. Dieser legte den Schwerpunkt seiner Predigt auf die Worte Jesu „Es ist vollbracht.“ und betonte die besondere Bedeutung, dass der Lebensweg nicht nur beendet, sondern vollkommen erfüllt worden sei. So, wie die Voraussagen aus dem Alten Testament alle von Jesus gehalten wurden, so sei sein Tod am Kreuz die Vervollkommnung des perfekten Wegs zu unserer Erlösung. „Blicke auf Christus und du wirst erkennen: Diese Sünde, diese Macht der Sünde hat kein Anrecht an deiner Seele. Was für ein tröstlicher Gedanke.“ Priester Karaus führte im Weiteren den Moment vor Augen, als Jesus seine Mutter Maria und einen der Jünger als Mutter und Sohn miteinander verband, und rief die Gemeinde dazu auf, dies als Aufforderung an uns selbst zu verstehen die Nöte und Bedürfnise der Menschen um uns herum wahrzunehmen und somit sein Werk weiterzuführen.
Als zweiten Mitdienenden bat Bezirksapostel Heynes Apostel Helmut Kasper an den Altar. Dieser griff den Blumenschmuck auf, der ein schlichtes Kreuz mit einer Dornenkronen als zentrales Element enthielt. Apostel Kasper erläuterte, dass dieses Kreuz sich nicht durch Schönheit und Ästhetik auszeichne, sondern symbolisiere, worum es im Kern ginge – und dies, so der Apostel, sei unsere Aufgabe: Hinzuschauen und zu erkennen, dass dieses Kreuz für den Sieg Christi steht und für seine unendliche, alle einschließende Liebe zu uns. Sie sei das trotz all unserer Fehler und Schwächen das verbindende Element zwischen Gemeindemitgliedern. Diese Liebe gelte es anzunehmen.
Neuapostolische Kirche